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Titel: Erhaltungsgrade von Münzen allgemein
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Erhaltungsgrade von Goldmünzen

Generell kann die Aussage gemacht werden das Goldmünzen ab Ca. 1980 in der Regel in Prägefrisch, Stempelglanz oder gar Polierter Platte vorkommen, es seit denn sie wurden von Goldanlegern unliebsam behandelt. Prägefrisch bzw. Stempelglanz - Münzen kommen dabei direkt von der Prägemaschine in die Sammler oder Anlegerhand sind also unzirkuliert. Aktuell und in Zukunft werden keine Goldmünzen mehr für den Umlauf geprägt und das schon seit ein paar Jahrzehnten, da das Gold in der Regel mehr wert ist als der Aufgeprägte Nominalwert, der bei anderen üblichen Umlaufmünzen den Wert der Münze angibt. Goldmünzen gibt es nur noch zu Anleger und Sammlerzwecken, der Nominalwert dient nur dazu das die Münze als Offizielles Zahlungsmittel gilt und deshalb Fälschungen besser Strafrechtlich verfolgt werden können.

Goldmünzen vor ca. 1970 sind in der Regel zirkuliert was den Erhaltungsgrad Vorzüglich oder schlechter entspricht. So sind Goldmünzen aus dem Kaiserreich meist nur in Schön bis Sehr schön zu bekommen, oder werden unter Sammlern mit hohen Sammlerwerten gehandelt, für Anleger meist völlig unbrauchbar.

Eins Vorweg, angelaufene Münzen:

Natürlich angelaufene Münzen verringern nicht den Erhaltungsgrad einer Münze! So kann eine Silbermünze aus den Fünfziger Jahren in der Erhaltung PP (Polierte Platte) die Schwarz angelaufen ist, immer noch ein PP sein, so lange die Münze nicht gereinigt oder mit den Fingern berührt wurde. Tip: Reinigen Sie natürlich angelaufene Münzen auf keinen Fall, erst recht nicht dann wenn sie schon eine (gleichmäßige) Patina aufweisen. Beim Reinigen wird zu 99% die Münzen - Oberfläche angegriffen und beschädigt, dadurch kann eine Stempelglanz - Münze (ST) zu VZ (Vorzüglich) oder schlimmer degradiert werden. Durch Reinigung von Münzen kann der Zustand nie verbessert aber deutlich verschlechtert werden, zumal gereinigte Münze schnell wieder anlaufen. So wurden schon ganze Sammlungen Kaputt getaucht (Tauchbäder) oder kaputt gerieben (z.B. abreiben mit Tüchern) oder poliert.

Natürlich Angelaufene Münzen können den Wert einer Münze sogar Steigern, z.B. bei Silbermünzen die eine Regenbogen - Patina aufweisen. Es gibt Numismatiker oder Sammler die Regelrecht darauf Fixiert sind, aber gereinigte Münzen nicht mal mit dem Stock anfassen, geschweige den ansehen oder sogar in die Sammlung ein sortieren würden.

Gereinigte und / oder geriebene Münzen werden von den meisten ernsthaften Sammlern und Numismatikern regelrecht verabscheut. Kaufen Sie nach Möglichkeit nie so eine Münze.

Erhaltungsgrad Polierte Platte (PP)

Hier handelt es sich um besonders behandelte Stücke, die speziell für Sammler hergestellt werden, vor jedem Abschlag wird der Stempel poliert. Häufig ist die Münzfläche "spiegelglatt" erhabene Partien hingegen sind "mattiert". Im engeren Sinne ist "PP" kein Erhaltungsgrad, sondern eine Art besonderer Ausführung bei der Herstellung von Münzen.

Ergänzung "Proof like" (PL):

Einige Länder geben, wie es der englische Begriff sagt, den "PP" ähnelnde Stücke heraus, doch hier ist die gesamte Münzfläche spiegelglatt ohne Mattierung bei erhabenen Flächen. Kanada z.B. pflegt seine 1 Dollar - Münzen in "PP" und "PL" herauszugeben.

Ergänzung Frosted Relief"

Es gibt auch Münzen mit der Bezeichnung Frosted Relief, es handelt sich dabei um stumpfes Relief, das heißt, die erhabene Stellen sind stumpf, Feld ist poliert. Dieser Münztyp sieht wie gefrostet aus, und wir z.B. in den USA und Australien hergestellt, die Lunar-Serie ist ein Beispiel dafür.

Erhaltungsgrad Stempelglanz (ST)

Wie es der Name sagt, die Münze muß noch den beim beprägen erhaltenen Glanz aufweisen. Sie ist gänzlich unzirkuliert, war also nie im Umlauf und darf folglich auch keine Gebrauchsspuren wie z. B. Kratzer, aufweisen. Ähnlich belegt ist auch der französische Ausdruck "Fleur de coin". Doch beispielsweise finden wir bei den bundesdeutschen 10 Euro - Münzen, die Massen- Prägungen sind, zwar den Glanz des Stempels, aber zugleich unzählige kleine Kratzer und Schlagstellen, weil die Münzen, besonders wenn sie großflächig gestaltet wurden, durch das Auffangen in Säcken bereits in der Münzstätte beschädigt wurden.

Ergänzung "Stempelfrisch" ("Stfr." oder "BU unc."):

Die englische Definition "uncirculated" oder manchmal auch "BU" brillant uncirculated beschreibt besser den Sachverhalt für alle Münzen, die niemals im Verkehr waren. Eine Kupfermünze, die vor 10 oder 20 Jahren geprägt wurde und sofort in eine Sammlung gewandert ist, ohne daß sie eingeschweißt war, verliert schon nach kurzer Zeit den typischen "Stempelglanz" und wird langsam dunkelbraun, ohne auch nur einen Kratzer aufzuweisen. Silbermünzen können auch als unzirkulierte Stücke eine schöne Patina bekommen, die manche Sammler besonders lieben. Derartige Stücke sind "stempelfrisch" ­ aber eben ohne den "Metallglanz".

Anmerkung: Stempelglanz, "BU unc." und sind die häufigsten Erhaltungsgrade in denen Goldmünzen gesammelt und sollten bei neuzeitlichen Goldmünzen als unterster Grad angesehen werden.

Erhaltungsgrad Handgehoben (Hgh)

Manchmal preisen Münzprägestätten, wie Österreichs Münze, ihre Stücke als "handgehoben" an, dies bedeutet, daß die Stücke besonders vorsichtig nach dem Prägen aufgefangen wurden und nicht in einen "Sack" gefallen sind, wo sie sich gegenseitig beschädigen, wie es bei den meisten bundesdeutschen 10 Euro - Sondermünzen der Fall ist. Diese Stücke sind natürlich immer etwas teurer, aber wegen der hohen Qualität auch beliebt.

Anmerkung: Diese Qualität ist dem Webmaster nur von Goldmünzen aus Österreich bekannt, welche sehr beliebt sind und deshalb teilweise weit über den Goldwert, gehandelt werden. Diese Goldmünzen sind etwas für Sammler, aber nicht für Anleger denen nur das Gold Interessiert.

Erhaltungsgrad Vorzüglich (VZ)

Dieser Name ist zutreffend und beschreibt eine Münze so: Keinerlei grobe Beschädigungen, Verletzungen im Feld oder am Rand. Das Relief muß einwandfrei erhalten sein. Auch kleinste Details, z.B. beim Wappen, sind voll erhalten. Geringe Kratzer, unter der Lupe erkennbar, sind gestattet.

Anmerkung: Neuzeitliche Goldmünzen in dieser Erhaltung sind meist nur den Goldwert Wert und können eigeschmolzen werden. Aber bei Münzen die vor 1960 geprägt wurden kann der Erhaltungsgrad aber schon wieder zu den besten gehören die gehandelt werden, z.B. bei Original Goldmünzen aus dem Kaiserreich.

Ergänzung "VZ von PP"

Unter "VZ von PP" versteht man Münzen mit Polierter Platte, die durch geringfügiges Verkratzen der empfindlichen Metall - Oberfläche oder durch reines Berühren (PP berührt) nicht mehr makellos sind. Derart veränderte PP werden dann zu "vz" degradiert und sind manchmal noch weniger wert als "echte" Normal - Prägungen in Stempelglanz, weil nicht alle Sammler diese spezielle Ausführung von Münzen mögen.

Anmerkung: "VZ aus PP" Sollte nicht gesammelt werden!

Erhaltungsgrad Sehr schön (SS)

Die Münze weißt deutliche Umlaufspuren auf, kann im Feld abgenutzt sein und auch Kratzer aufweisen, doch der Gesamteindruck muß tatsächlich "sehr schön" sein, sie darf also keine Kerben oder Randschäden aufweisen.

Anmerkung: Sollte nur bei Alten Münzen z. B. aus dem Kaiserreich gesammelt werden.

Erhaltungsgrad: Schön (S)

Hier ist die Bezeichnung schon irreführend, man versteht darunter Münzen, die stärker abgenutzt sind und größere Beschädigungen aufweisen. In jedem Falle müssen aber Umschriften und auch Jahreszahlen noch erkennbar sein. Auf solche Stücke soll ein Sammler nur dann zurückgreifen, wenn bessere Exemplare nicht zu bekommen oder unerschwinglich teuer sind.

Anmerkung: Sollte nur bei Alten Goldmünzen z.B. aus dem Mittelalter oder Altertum gesammelt werden, ggf. noch Kaiserreich wenn es nur um das Gold an sich geht.

Erhaltungsgrade Sehr gut erhalten und gut erhalten

In beiden Fällen sind die Bezeichnungen geschönt. Hier wird vorausgesetzt, daß man nur noch die Identität der Münze, also Herrscher und Land bestimmen kann. Diese Münzen gehören nicht in eine Sammlung und besser wäre der Name "gering erhalten" gewählt. Man kann solche Stücke als sogenannte "Belegexemplare" in die Sammlung aufnehmen, wenn von diesen Herrscher oder Typ keine besseren Stücke bekannt sind.

Schlüsselwörter: Erhaltungsgrad, Münzen, Goldmünzen, HGH, Stempelglanz, Polierte Platte, Vorzüglich und angelaufen.


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Neusten Kommentare zu dieser Seite:
Insgesamt ein Kommentar vom 14.07.2011.
Von Banjo am 14.07.2011 17:22:46 Uhr: Zitieren
Gelegentlich findet man den Zustand von Goldmünzen mit "bankenüblich" angegeben. Was bitte ist damit gemeint?

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Hinweis: Die Abbildungen von Münzen entsprechen nicht der Originalgröße und Farbe der Original Münzen. Auch die allgemeine Gestaltung der Bilder können vom Original-Objekt abweichen. Die Informationen auf dieser Seite erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit!

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