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Titel: Gewinnung von Gold
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Die Gewinnung von Gold

Im Gegensatz zu den meisten anderen Metallen kommt Gold meist gediegen vor. Deshalb kann man zur Gewinnung das Gold nicht durch Reduzieren (wie beispielsweise bei Eisen) als Erz aus dem umgebenden Gestein lösen. Da Gold aber chemisch wenig reaktiv und damit schwer zu lösen ist, muß man spezielle Verfahren zur Goldgewinnung anwenden. Direkt sichtbares Gold in Form von Nuggets oder Goldstaub ist eine Rarität. Das meiste Gold in den Vorkommen liegt in kleinsten Partikeln im umgebenden Gestein fein verteilt vor und somit entgeht es den Versuchen, es mit einfachen Verfahren zu sammeln. In der Praxis werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert, um die gewünschte hohe Ausbeute zu erhalten. Bis auf die Cyanidlaugerei, die Ende des 19. Jahrhundert entwickelt wurde, und neuere Verfahren welche mit speziellen Bakterien Gold konzentrieren können, wurden aufgrund der leichten Durchführbarkeit die Goldwäscherei und Amalgamation auch in Kombination schon in der Antike durchgeführt.

Das einfachste Verfahren zur Goldgewinnung nutzt die hohe Dichte des Metalls, so genanntes Goldwaschen, bei der Gold meist aus Flußablagerungen gewonnen wird. Minentechnisch gewonnenes Erz wird zuvor mechanisch auf geeignete Korngrößen zerkleinert in ähnlicher Weise bearbeitet. Dabei werden goldhaltiger Sand oder zermahlenes Gestein mit Wasser aufgeschlämmt. Da Gold schwerer als der umgebende Sand ist, setzt sich das Gold schneller am Boden ab und kann so getrennt werden. Durch Einbringen von Fellen in die abströmende Flüssigkeit verfangen sich dann auch kleinste Gold - Partikel in den Fellhaaren und erhöhen die Ausbeute. Das einfache Verfahren geht der weiteren Ausnutzung der Gold führenden Sande und Schlämme voraus. Es wird teilmechanisiert an Land durchgeführt, aber auch mit dieselgetrieben Schwimmbaggern, welche mit Saugpumpen und Rüttlern ausgerüstet auch direkt im Fluß arbeiten. Der Hobby - Goldsucher von heute wendet es an. Nachteile des Verfahrens sind die dennoch geringe Ausbeute bei großem Zeitaufwand des Goldsuchers. Der Vorteil dieser Methode ist die zuverlässige Ausbeute grober Goldteilchen , die bei der Cyanidlaugerei nicht vollständig erfaßt werden.

Nach Nutzung der Schwerkraft zeigt Gold als gediegenes Metall eine weitere Eigenschaft, die ein bevorzugtes Haften und sich Verbinden mit dem flüssigen Quecksilber ermöglicht. Hierbei werden goldhaltige Sande und Schlämme nach der ersten Ausnutzung durch das Goldwaschen intensiv mit Quecksilber vermischt. Das dünnflüssige Metall haftet sehr leicht an der Goldoberfläche der Partikel und sammelt diese in sich auf. Gold wird physikalisch gelöst. Es entsteht eine flüssige Legierung von silberner Farbe, das Amalgam daher auch der Name des Verfahrens Amalgamation. Etwas goldhaltig angereichert und somit noch flüssig, sammelt es sich wegen der hohen Dichte sofort am Gefäßgrund. Die extreme Oberflächenspannung des Quecksilbers und der edle Charakter sind ursächlich dafür, daß der begleitende Sand und Wasser nicht anhaften und leicht abgeschwemmt werden können.

Durch einfaches Erhitzen verdampft das Quecksilber, zurück bleibt kompaktes Rohgold. Das Amalgamverfahren wurde schon in der Antike zur Goldgewinnung angewendet.

Beträchtliche Mengen von giftigem Quecksilber, schon bei der Gewinnung mit ausgeschwemmt oder beim Verdampfen wissentlich in die Umwelt freigesetzt, vergiften große Gebiete und Flußläufe dauerhaft. Da Goldgewinnung oft improvisatorische Züge trägt, fernab der zivilisierten Welt, werden Umweltaspekte untergeordnet oder ignoriert.

Bei größeren Vorkommen, die eine industrielle Erschließung erlauben, wird die Cyanidlaugerei angewendet. Vor dem Hintergrund, daß sich Gold in sauerstoffhaltiger Natriumcyanidlösung leicht als Komplexverbindung in Lösung bringen läßt, werden die metallhaltigen Sande staubfein gemahlen, aufgeschichtet und im Rieselverfahren mit der Extraktionslösung unter freiem Luftzutritt versetzt. Bevorzugt werden die kleinsten Metallteilchen mit der größten Reaktionsoberfläche zuerst aufgelöst. Das hochgiftige Sickerwasser daraus enthält nun das begehrte Edelmetall, zwar noch chemisch gebunden, aber nach Filtration und Ausfällung mit Zinkstaub, welches anstatt Gold in Lösung geht. Das Gold zeigt sich als brauner Schlamm. Nach waschen, trocknen und schmelzen ist das Produkt Rohgold.

Die verwendeten hochgiftigen Cyanidlaugen werden in Kreislaufprozessen wieder verwendet. Dennoch entweichen Blausäurespuren in die Umwelt, durchaus auch größere Mengen bei Unglücken, Fehlfunktionen der Anlage, Überschwemmungen, etc. Es sollte noch erwähnt werden, daß sich diese Blausäure leicht aus den Lösungen freisetzen läßt, dazu reicht schon das Kohlendioxid der Luft. Freigesetzt sind diese Stoffe eben noch hochgiftig, allerdings auch leicht zersetzbar. Im Stoffkreislauf der Natur werden sie dann sehr schnell oxidativ abgebaut und durch Hydrolyse zersetzt.

Diese Art der Goldgewinnung hinterläßt enorme Abraumhalden und Stäube mit Cyanidspuren. Staubverfrachtungen durch Wind und Wasser verteilen dann die Giftstoffe unkontrolliert.

An diese Konzentrationsprozesse schließt sich die Reinigung des Rohgoldes an. Raffiniert zu Feingold, dem begehrten Grundstoff und Handelsprodukt, ist es dann standardisiert und bereit für die Märkte der Welt.

Quelle

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Neusten Kommentare zu dieser Seite:
Insgesamt ein Kommentar vom 01.12.2015.
Von schwede am 01.12.2015 11:09:15 Uhr: Zitieren
zum Artikel : kurz sachlich gut ! Frage : brauche umfangreiche Informationen zu den im Artikel erwähnten Bakterien. Gruss ! schwede

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